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06.08.2020

So bestimmt die Bodenart die Kaliumdynamik

Wie sich Kalium im Boden verhält, ist vom Tonanteil abhängig. Wir haben für Sie wichtige Hinweise zu Bodenuntersuchung und Düngung zusammengefasst:

Kaliumdüngung nach Tongehalt ausrichten

Die Einteilung in leichte, mittlere und schwere Böden richtet sich nach dem jeweiligen Tonanteil. Allein verantwortlich dafür, ob Kalium (K) fixiert, austauschbar gebunden oder ausgewaschen wird, ist die jeweilige Art und Zusammensetzung der Tonminerale.

Kaliumauswaschung liegt bei Sandböden, Kalk- und Schotterböden sowie reinen Humusböden vor. Hier fehlen die Tonminerale und damit spezifische Bindungsplätze für Kalium.

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Ton ist nicht gleich Ton

Neben stark Kalium fixierenden Tonmineralen gibt es auch solche, die im Laufe der Bodenentwicklung oder durch Düngung bereits mit Kalium abgesättigt sind, oder von Natur aus eine so niedrige Zwischenschichtladung besitzen, dass sie gar kein Kalium fixieren können.

Die Höhe der Kaliumfixierung hängt daher nicht nur vom Tongehalt eines Standortes, sondern ganz wesentlich auch vom Anteil der im Ton enthaltenen kalifixierenden Tonminerale ab. Auch bei bereits in früheren Jahren mit Kalium aufgedüngten Fixierungsstandorten, wie ehemaligen Wiesenumbrüchen, ist ein erneuter Anstieg der Kaliumfixierung immer möglich.

Bodenuntersuchung auf Kaliumfixierung gibt Aufschluss

Einen Anhaltspunkt für die Düngung kann eine spezielle Bodenuntersuchung auf Kaliumfixierung geben. Anders als bei der Standard Bodenuntersuchung bedeuten hier höhere Zahlenwerte eine stärkere Kaliumfixierung und somit eine geringere Kaliumverfügbarkeit im Boden. Eine schwache „Restfixierung“ bis zu etwa 15 mg K/100 g Boden ist für Ackerböden völlig normal und hat keinerlei Einfluss auf den Ertrag. Sie ist sogar die Voraussetzung dafür, dass Kalium auf mittleren und schweren Böden nicht mehr ausgewaschen wird und somit eine Stoppel- oder Herbstdüngung erfolgreich durchgeführt werden kann. 

Ein Schrumpfriss im Boden. (Foto: K+S Minerals and Agriculture GmbH)

Ab Fixierungswerten von 15 bis 30 mg K/100 g Boden steigt die Gefahr eines verdeckten Kaliummangels an. Je höher diese Werte sind, desto schneller sinken die Kaliumgehalte im Boden ab, wenn ausschließlich auf Nährstoffentzug gedüngt wird. So liegt ab etwa 30 mg K/100 g Boden schon sichtbarer Kaliummangel vor.

Kaliumfixierungswerte über 50 mg K/100 g Boden verursachen immer einen sehr starken Mangel, der nur mit Aufdüngungsmaßnahmen zu beseitigen ist, die bis zu dem Dreifachen des Nährstoffbedarfs betragen. In der Bodenuntersuchung mit EUF kann eine Kalifixierung an den sehr niedrigen Werten der ersten und vor allem der zweiten Fraktion gut erkannt werden. Diese liegen dann im unteren einstelligen Bereich und die Düngungsempfehlung für Kalium ist deutlich erhöht. 

Kaliumdüngung nach Tongehalt

Die Düngungsempfehlungen für Kalium nach den Richtwerten der Bodenuntersuchung steigen mit zunehmendem Tongehalt. Das hat in erster Linie mit der Summe zunehmenden Kaliumselektivität zu tun, aber auch mit dem über das Bodenwasser eingeschränktem Nährstoffzufluss durch engere Bodenporen. So nimmt die Wasserleitfähigkeit bei Halbierung des Durchmessers einer wasserführenden Kapillare um das Vierfache ab. Sehr schwere Tonböden benötigen daher eine Kaliumdüngung, die deutlich über dem rechnerischen Kaliumentzug der Kultur liegt um beide Faktoren auszugleichen.

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